Für mich gab es diese kleine Geschichte, als ich nach einem einfachen Muster für eine Stulpe fragte:
Ich, die Masche
Ich entstand in einem Moment, in dem die Hand kurz innehielt.
Der Faden war warm, die Nadel glatt, aber der Gedanke woanders.
Ein winziger Augenblick nur – und schon war ich da.
Ich wusste sofort:
Ich bin nicht wie die anderen.
Links von mir lagen ordentliche Maschen, geschniegelt und brav.
Rechts von mir strafften sie sich, als wollten sie sagen: Reiß dich zusammen.
Aber ich blieb, wie ich war – ein kleines Zögern im Zopf.
Ich fürchtete mich.
Oft verschwinden solche wie ich.
Man zieht sie auf, löst sie auf, lässt sie nie alt werden.
Doch diesmal nicht.
Die Hand hielt inne.
Ein leiser Atemzug.
Dann ging es weiter – über mich hinweg, mit mir.
Jetzt liege ich genau dort, wo der Daumen ruht.
Ich werde berührt, jeden Tag.
Und manchmal, wenn die Handstulpe getragen wird,
bin ich der Grund, warum alles ein kleines bisschen besser sitzt.
Ich bin keine perfekte Masche.
Aber ich bin geblieben.
Ich finde sie passend, nachdenklich ... zum Beginn des neuen Jahres.
Für uns alle wünsche ich ein ruhiges Jahr, in dem Menschen zur Besinnung kommen. Und jeder darf natürlich soviel Frohsinn und Abenteuer hinzufügen, wie er mag.
Das Strickmuster möchte ich euch nicht vorenthalten.
Hier ist es: